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Am exklusivsten Schwingfest der Schweiz geht es auch um den Muni Harald

Wuethrich Rolf 28.09.2021

 

Die Vorfreude aber auch die Spannung auf den Saisonhöhepunkt in Kilchberg war gross. So berichtete selbst die sonst eher zurückhaltende NZZ in einer ganzseitigen Vorschau ausführlich über die Entstehung dieses, von Emil Huber ursprünglich als „Protest“-Schwingfest ins Leben gerufenen Anlasses, da dieser mit den Leistungen am Eidgenössischen im Speziellen und im Schwingen im Allgemeinen gar nicht zufrieden war und den Schwingsport gefährdet sah.

1927: Emil Huber, ein Metzgerssohn aus Aussersihl rief die damals 42 besten Schwinger zum Fest auf der Wiese beim Sanatorium Kilchberg. Er lud  als wohlhabender Unternehmer auch 1200 bekennende Schwingerfreunde ein. Nebst  dem Schwingen widmete sich Huber, der Handelsschüler, spätere Maturand und Doktor der Jurisprudenz als VR-Präsident dem Sanatorium Kilchberg. Kaufte dieses mit dem angrenzenden Stockergut, wo heute noch das Kilchberg-Schwinget alle sechs Jahre stattfindet. Huber amtete als Verleger der späteren Conzett & Huber, ein Verlagshaus, das in den vierziger Jahren von Ringier übernommen wurde.  Dass es heuer einen neuen Festsieger geben würde auf dem gemeindeeigenen Gutsbetrieb „uf Stocken“ welcher 1982 von der Gemeinde Kilchberg mit einem denkwürdigen Handmehr für über 32 Millionen Franken erworben wurde, war klar. Nach 2008 Christian Stucki, der verletzungsbedingt nicht antrat und 2014 Matthias Sempach, der nun vom aktiven Schwingsport zurücktrat, aber als SRF und Live-stream Kommentator vor Ort über das Geschehen berichtete, eröffnete sich die Chance für die übrigen Schwinger, die BKSV Dominanz zu brechen. Dass es dann gleich drei Sieger gab war schon einmalig und ja, ganz ohne Berner ging es eben dann doch auch nicht.

2021: Siegermuni Harald gehört dem diesjährigen Sieger. Das edle Tier wurde vom ehemaligen Kranzschwinger Paul Korradi gezüchtet und wurde dem Festsieger vor 6000 Zuschauern übergeben.  Am Fest, dass kurz nach seiner Einführung den Eidgenössischen Status erlangte und in seiner Gesamtheit zur Sicherung seines Fortbestandes in eine Stiftung überführt wurde, kennt keine Kranzabgabe aber jede Gabe hat angeblich einen Wert von mindestens CHF. 1.000 und das mit der Einladung, sei dies als Schwinger oder Zuschauer, hat immer noch seine Gültigkeit.

Ranglisten und Statistiken:  siehe    www.esv.ch

 

Rolf Wuethrich, Medienchef Solothurner Kantonaler Schwingerverband.  

Alpiger Nick vs. Leuppi Samir

© August Köpfli, NWSV